Wetterhexen

Wetterhexen

Erstmalig aufgeführt und vorgetragen im Rahmen des Heimatabends beim 125-jährigen Jubiläum des Kösinger Krieger- und Reservisten-Vereins am 17. Juli 2004.

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Geschichte:

Im Mittelalter war das Wetter für die Bauern , wie heute, von grundlegender Bedeutung. Sie waren damals bitterarm und mussten obendrein immerhin regelmäßig den so genannten “Zehnten” an die Landesherren abführen. Man kann sich vorstellen, wie sehr das Wetter den Bauern zusetzen konnte. Wenn es nicht regnete oder aber zuviel davon runter kam, blieb die Ernte aus. Weizen, Obst und Gemüse gediehen nicht und die Bauern verloren ihr Hab und Gut.

Es sprach sich deshalb bald herum, dass in den Tiefen der damaligen Wälder alte Frauen hausten, die durch ihre Magie das Wetter beeinflussen konnten. Die Bauern aus allen Ecken und Enden des Landes wendeten sich verzweifelt an sie, damit sie das Wetter zum Guten wenden mögen. Man musste sie allerdings mit einigen wirklich guten Gaben aus Küche und Keller wohl gesonnen stimmen und schon halfen sie mit einer entsprechend guten Wetterlage. Einem guten Tropfen waren sie nie abgeneigt und ein gutes Vesper half oft viel. Wenn die mitgebrachten Geschenke aber nicht ihren Wünschen entsprachen, schickten sie sofort Unwetter ohne Gnade.

Da die Bauern aber aufs gute Wetter angewiesen waren, ließen sie sich bei den Gastgeschenken für die Wetterhexen, wie sie bald landauf und landab genannt wurden, nicht lumpen. Zumal sie die Sicherheit hatten, dass ihnen die alten Damen das gewünschte Wetter bescherten.

Niemand weiß bis heute, ob es wirklich die Magie der Wetterhexen war, die das gute Wetter brachte. Man wollte es auch gar nicht so genau wissen, solange die Ernte gut war. Und bei schlechter Ernte waren sie nicht auffindbar, forderten aber trotzdem ihren Tribut als Vorschuss für das nächste gute Wetter. Wer dem nicht nach kam, verschwand mitunter in den tiefen Wäldern auf Nimmerwiedersehen. Richtig gesehen hat sie damals kaum jemand, weil sie nur bei Dauerregen und Sturm die Gaben der Bauern entgegen nahmen. Aber sie waren überall verbreitet. Ursprünglich waren unsere im venezianischen Raum beheimatet. Dort waren sie Symbol für Wohlstand, gute Ernte und vieles mehr. Aber anlässlich eines Besuches im Jahre 1993 in unserer Gegend fanden sie zielsicher eine wohl sortierte Bar und viele Gönner, die ihnen Likör und Wein im Überfluss spendierten. Einige besonders dreiste Exemplare beschlossen daraufhin spontan in unserer waldreichen Umgebung sesshaft zu werden. Heutzutage lassen sie sich sogar bei normalem Wetter sehen.

So haben sich unsere Wetterhexen dank der guten Pflege durch die hiesige Bevölkerung hier niedergelassen. Es hat sich bis heute ihr eher venezianisches Gesicht erhalten, aber ihr dickes Gewand und ihren festen Hut brauchen sie bei unserem kalten Klima, um das Wetter auch hier beeinflussen zu können. Regelmäßig im zeitigen Frühjahr, während der 5.Jahreszeit, vertreiben sie mit Besen und wildem Geschrei den Winter.
Aber denkt dran, wenn sie nicht mit guten Gaben aus Küche und Keller verwöhnt werden, können sie äußerst ungemütlich werden. Und darauf sollte es keiner anlegen, der nicht einen Zwangsritt auf dem Hexenbesen unternehmen will.

 

Heute zählt die Maskengruppe rund 30 Aktive und wird geleitet von Lisa Reißner und Lisa Ott.

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3x HEX, HEX , HURRA