Historie
Die Anfänge des Kösinger Faschings
Der Fasching hat in Kösingen eine lange Tradition. Einen genau festgelegten Ursprung gibt es jedoch nicht, da die Einwohner schon seit jeher aktiv an Faschingsveranstaltungen in der Region teilgenommen haben.
Ein entscheidender Schritt in der Entwicklung des organisierten Faschings war das Jahr 1979. Nachdem der traditionelle Faschingsumzug in Neresheim am Faschingsdienstag kurzfristig abgesagt wurde, entschloss man sich spontan, in Kösingen einen eigenen großen Faschingsumzug zu veranstalten.
Der Umzug war ein voller Erfolg. In der Folge entstand eine lose organisierte Faschingsgemeinschaft, aus der später der Verein hervorging. Zu den prägenden Persönlichkeiten dieser Anfangszeit gehörten unter anderem:
Konrad Hegele
Ludwig Wiedenmann
Gregor Hummel
Werner Scholz
Die offizielle Vereinsgründung
Im Jahr 1986 wurde beschlossen, den Faschingsverein auf eine feste Grundlage zu stellen. Es entstand der Verein Faschingsfreunde Kösingen mit Satzung und klarer Organisationsstruktur.
Zum ersten Präsidenten des Vereins wurde Konrad Hegele sen. gewählt.
Im Zuge der Vereinsgründung wurde auch der Elferrat ins Leben gerufen. Dieser bestand zunächst aus elf Mitgliedern des Vorstands und spielte von Beginn an eine wichtige Rolle in der Organisation des Vereins.
Ein weiterer wichtiger Schritt folgte am 28. Dezember 1990, als die Faschingsfreunde Kösingen e.V. offiziell in das Vereinsregister der Stadt Neresheim eingetragen und als gemeinnützig anerkannt wurden.
Entstehung der Vereinsgruppen
Mit dem Wachstum des Vereins entstanden im Laufe der Jahre mehrere Gruppen, die bis heute das Bild des Kösinger Faschings prägen.
Die Garden
Ab 1986 entwickelten sich aus einer freundschaftlichen Verbindung zum Schwesternverein Kösingen die ersten Tanzgarden. Daraus entstanden im Laufe der Zeit mehrere Gardetanzgruppen verschiedener Altersstufen, die bis heute ein wichtiger Bestandteil der Faschingsveranstaltungen sind.
Die Maskengruppe „Kösinger Zündele“
Im Jahr 1988 formierte sich die erste Maskengruppe des Vereins – die „Kösinger Zündele“.
Der Ursprung dieser Figur geht auf ein Fresko im rechten Seitenaltar der Kösinger Dorfkirche zurück. Darauf ist ein Bauer in der Tracht des 17. Jahrhunderts zu sehen, der auf einem Holzrechen gestützt über ein Feld blickt, während im Hintergrund die Hütten von Kösingen brennen.
Diese Darstellung wurde zur Grundlage des Zündele-Häs.
Die Maske selbst orientiert sich an einem Bildstock auf dem Fluertshäuserhof, der den bekannten Quacksalber Dr. Eisenbarth darstellt.
Ursprünglich wurde eine gegossene Kunststoffmaske verwendet, die zur Saison 1997 durch eine geschnitzte Holzmaske ersetzt wurde.
Die Krummbach-Musikanten
Im Jahr 1989 entstand mit den Krummbach-Musikanten die eigene Kapelle der Faschingsfreunde.
Die Gründung wurde maßgeblich von Rüdiger Heindel vorangetrieben. Aus kleinen Anfängen entwickelte sich eine Blasmusikkapelle mit zahlreichen Mitgliedern, die sowohl während der Faschingssaison als auch bei anderen Veranstaltungen auftrat. Während der Faschingszeit spielte die Gruppe als Guggenmusik.
Im Jahr 1996 machte sich die Kapelle selbstständig und gründete den Musikverein Kösingen, der heute weiterhin das kulturelle Leben im Dorf bereichert und im Fasching als Härtsfeld-Gugge aktiv ist.
Die Kösinger Wetterhexen
Im Jahr 1993 entstand eine weitere Maskengruppe: die Kösinger Wetterhexen.
Das aufwendig gestaltete Kostüm und die markante Gesichtsbemalung machten die Gruppe schnell zu einem Blickfang bei Umzügen und Veranstaltungen.
Im Laufe der Jahre wurden die Masken mehrfach weiterentwickelt. Zunächst wurden Masken aus Pappmaché verwendet, die später durch stabilere Holzmasken ersetzt wurden.
Die Köhlberg-Weibla
Eine weitere Gruppe entstand 1994 zunächst unter dem Namen „Boada-Hockr“, deren Mitglieder jedes Jahr mit neuen Fantasiekostümen auftraten.
Zur Saison 1996 wurde die Gruppe in „Köhlberg-Weibla“ umbenannt. Das Häs ist einem Kräuterweiblein nachempfunden, das der Überlieferung nach einst in den Wäldern rund um Kösingen gelebt haben soll.
Veranstaltungen und Traditionen
Im Laufe der Jahre entwickelte sich ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm rund um den Kösinger Fasching.
Zu den wichtigsten Veranstaltungen gehören:
der Kinderfasching in der Festhalle (seit 1994)
der Faschingsball
verschiedene Auftritte und Umzugsteilnahmen in der Region
die Faschingseröffnung rund um den 11.11.
Ein besonderer Höhepunkt ist der Nachtumzug in Kösingen.
Der erste Nachtumzug fand am 30. Januar 1998 statt und war mit rund 1.200 aktiven Teilnehmern aus Nah und Fern sofort ein großer Erfolg. Seitdem wird diese Veranstaltung regelmäßig durchgeführt und hat sich zu einer festen Tradition entwickelt.
Das Keeseger Wilde Heerle
Im Jahr 2016 wurde mit dem „Keeseger Wilden Heerle“ eine weitere Hästrägergruppe der Faschingsfreunde Kösingen gegründet. Ziel war es, vor allem jüngeren Mitgliedern sowie Geschwisterkindern der bestehenden Gruppen früh die Möglichkeit zu geben, aktiv am Fasnachtsbrauchtum im Verein teilzunehmen.
Mit dieser Gruppe wurde das Angebot für Kinder und Jugendliche im Verein erweitert und die Nachwuchsarbeit der Faschingsfreunde Kösingen weiter gestärkt.
